Wie man Weihnachtsfotos im „Kinfolk“-Look macht

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Der Advent steht vor unserer Türe – und das bedeutet, dass eine riesige Flut an Bildern von Weihnachtsdeko über die sozialen Medien schwappen wird. Das ist ja an sich schön, aber man kann davon ausgehen, dass vieles davon nicht sehr originell und einiges hässlich sein wird. Wir haben ein paar Tipps für euch, wie ihr originelle, geschmackvolle und klassische Weihnachtsfotos von den schönsten Weihnachtsdekos machen könnt, ganz im Sinne des markanten Fotografie-Stils des berühmten Lifestyle-Magazins „Kinfolk“! Und aufgepasst, wir verraten euch auch ein paar Tricks für die Nachbearbeitung!

Licht, und Action

Wie man Weihnachtsfotos im „Kinfolk“-Look macht

Licht ist die geheime Zutat für den authentischen „Kinfolk“-Look. Zugegeben, ganz so geheim ist sie wohl nicht. Aber obwohl viel von der matten Endbearbeitung abhängt, die ihr am Schluss des Prozesses anwenden werdet (mehr dazu später), ist Licht natürlich der essentielle Faktor. Als erstes müsst ihr dafür sorgen, dass viel natürliches Licht vorhanden ist – am besten ein Licht, wie ihr es an einem wolkigen Frühlingsnachmittag seht, wenn die Jahreszeit in ihrer vollsten Blüte steht. Uns ist aber klar, dass das ein bisschen viel verlangt ist, schließlich befinden wir uns bald mitten im Winter. Also versucht einfach, eure weihnachtliche Tischdekoration im Schein eines Wintermorgens einzufangen.

Wie man Weihnachtsfotos im „Kinfolk“-Look macht

Macht eure Fotos nicht in der „goldenen Stunde“, also der Stunde nach Sonnenaufgang und vor Sonnenuntergang. Die wunderschön warmen Farbtöne machen das Foto sehr farbenfroh, was aber das Gegenteil des fahlen Effekts ist, den wir erzielen wollen. Der „Washed-Out“-Look ist ein Muss! Christbaumkugeln in kühleren Farben, Stroh neben ein paar weißen Kerzen auf einer Tischplatte im „Washed-Out“-Look, und ein bisschen Überbelichtung – das verleiht dem Stillleben noch einen zusätzlichen Touch!

Wie man Weihnachtsfotos im „Kinfolk“-Look macht

Denkt daran, dass die Sonne im Winter nicht ihren Zenit erreicht, und ihr Licht daher Oberflächen hervorhebt und beleuchtet und gleichzeitig tiefe und lange Schatten wirft. Dieser Effekt funktioniert großartig mit rustikalen, handgeschöpften Kerzen, deren lange Silhouetten sich auf einer espressobraunen Holzwand erstrecken.

Kamera-Einstellungen

Wie man Weihnachtsfotos im „Kinfolk“-Look macht

Stellt euren ISO auf sensible 200 ein und die Blendenöffnung auf f/2,5 – so erreicht mehr Licht den Sensor. Ihr könnt das Foto dann später im Adobe Photoshop Lightroom mit dem lokalen Korrekturpinsel perfektionieren oder eine kaum sichtbare Vignettierung anwenden. Ein „Kinfolk“-Weihnachten mit der Spiegelreflexkamera einzufangen (oder mit einer Kompaktkamera, die RAW-Format speichern kann) ist oft schwieriger als erwartet. Aber es ist auf jeden Fall einen Versuch wert. Zuallererst muss das zuvor erwähnte RAW-Format verwendet werden. Das gewährleistet eine vollständige Kontrolle während der Nachbearbeitung, sowie die Gelegenheit, den Weißabgleich einzustellen. Denn bei Weihnachtsdeko im markengeschützten „Kinfolk“-Stil sind genau solche Dinge ausschlaggebend!

Analoge Alternative

Wie man Weihnachtsfotos im „Kinfolk“-Look macht

Ein weiterer Grund, warum die Bilder im „Kinfolk“-Magazin aussehen wie ein analoger Foto-Traum ist die Tatsache, dass die Fotografen des Magazins meist tatsächlich analoge Kameras verwenden. Und das nicht nur, weil solch eine Vorgehensweise den Prozess zu einem authentischen und beinahe zeremoniellen Erlebnis macht, sondern vor allem, weil die von diesen Geräten gesetzten Grenzen eigentlich sehr befreiend sind. Hier sind einige der Modelle, die bei der Entwicklung von „Kinfolks“ stets moderner Ästhetik verwendet wurden:

  • Contax 645
  • Canon EOS-1V
  • Contax T2
  • Canon A-1
  • Olympus OM1
  • Canon IV

Außerdem ist das Fotografieren mit dem Belichtungsmesser ein Muss für „Kinfolk“-Fans! Wenn ihr nicht viel Erfahrung habt und keinen Belichtungsmesser verwendet, werden eure Fotos amateurmäßig unterbelichtet. Wenn euer Analog-Apparat keinen Belichtungsmesser eingebaut hat, legt euch einen zu! Er ist ein wertvolles Ausstattungsstück, das zum Glück nicht viel kostet. Ein weiterer interessanter Trick ist, die Grenzen eures Films auszutesten. Fotografiert 2 Stufen über oder eine Stufe unter dem vorgeschriebenen ISO-Wert! Die meisten Farbnegativfilme sind sehr flexibel und überleben so ein Experiment.

Komposition

Wie man Weihnachtsfotos im „Kinfolk“-Look macht

Tiefes und kühles Grün, Silber-Verzierung (kleine Weihnachtssterne, Christbaumkugeln, Girlanden), ein paar goldene Akzente, die vorzugsweise ihren früheren Glanz etwas eingebüßt haben, raue, hölzerne Oberflächen mit rustikalen Tischtüchern, Holzschnitzereien, vielleicht eine Tasse Weihnachtskakao. Versucht, diese Weihnachtsdekorationen neben Fenstern aufzubauen! So habt ihr nicht nur wunderbar winterliches Tageslicht, sondern könnt auch das Fotografieren von feinen Semi-Silhouetten ausprobieren! Und das funktioniert so:

Feine Semi-Silhouetten

Wie man Weihnachtsfotos im „Kinfolk“-Look macht

Es gibt kaum eine bessere Art, die typische Gelassenheit von „Kinfolk“ einzufangen, als Fotos der Semi-Silhouetten von angesprayten Zweigen mit darauf hängenden Porzellanfiguren zu machen, oder einen grünen Adventskranz auf dem Fensterbrett! Und so macht man es: Kamera auf Modus A (aperture priority/Zeitautomatik) oder Modus P (Programmautomatik) stellen. Nicht den Blitz verwenden (eine Faustregel für die „Kinfolk“-Ästhetik!), aber versucht, die Belichtungskorrektur auf +2 einzustellen. Der ISO-Wert sollte, abhängig von der Linse, zwischen 400 und 800 liegen. Mit diesen Einstellungen könnt ihr Bilder von Semi-Silhouetten machen. Jetzt bleibt nur noch zu klären – was machen, wenn man fertig ist?

Nach dem Foto-Shooting

Wie man Weihnachtsfotos im „Kinfolk“-Look macht

Vielleicht verwendet ihr die App VSCO, aber es gibt auch viele andere Wege, um den leichten und unaufdringlichen „Kinfolk“-Vibe zu kreieren, zum Beispiel manuelle Änderungen im Adobe Photoshop Lightroom. Dort könnt ihr die Farbtonkurve ändern. Im unteren Eck des Quadrats mit der diagonalen Linie befindet sich ein weiteres Quadrat mit einer Linie. Wenn ihr darauf klickt, könnt ihr die Linie im großen Quadrat herumziehen. Klickt auf das erste Drittel der Linie (ihr müsst nicht übervorsichtig sein, denn ihr macht damit nur einen Ankerpunkt). Geht dann zum unteren linken Eck und hebt die ganze Linie um ungefähr 13% in die Höhe. Und das war‘s, jetzt habt ihr einen coolen, matten Look. Zusätzlich könnt ihr die Schatten im Abschnitt Split-Tönung ändern, um einen graublauen Farbton zu erzeugen und die hellen Stellen zu kühlen. Die eine Regel, an die ihr euch halten müsst? Nicht übertreiben. Der Charme von „Kinfolk“ basiert vor allem auf dem Gedanken „weniger ist mehr“.

Weihnachtsfotos im „Kinfolk“-Look zu kreieren heißt nicht nur, den langsamen, gelassenen Lifestyle nachzuahmen, der im Magazin dargestellt ist. Es geht vor allem um die Rückkehr zum Wesentlichen, die Hervorhebung der Kernelemente, die eine schöne Weihnachtsstimmung ausmachen. Und die besten Ergebnisse könnt ihr als Dekoration für euer Zuhause verwenden. Meinfoto.de zeigt euch gerne, wie das am besten geht.

*fotos – stocksnap.io; unsplash.com
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