Einsteiger, Tipps, Fotografie

5 wichtige Anfänger-Tipps für Fotografie-Einsteiger

Unsere Anfänger-Tipps für den Einstieg in die Fotografie zeigen Euch, wie Ihr sehr schnell tolle Bilder macht. Dabei müsst Ihr keine Kamerakenntnisse haben. Es werden Grundregeln erklärt, die Ihr einfach umsetzen könnt. 

Die Fotografie ist für Einsteiger ein schwieriges Feld und als ich angefangen habe, verstand ich die meiste Zeit nur Bahnhof. Es wird viel über Blende, Verschlusszeit, Brennweite, Tiefenschärfe und andere Dinge geredet, mit denen ein Anfänger selten was anfangen kann. Auf den meisten Webseiten und Foren wird es dazu noch sehr technisch und zahlenlastig. Außerdem sind einige Konzepte in der Fotografie nicht nachvollziehbar aufgebaut. Unser Dank geht hier an alle Ingenieure, die Kameras entwickelt haben. Ihr habt es wunderbar geschafft viele Menschen zu verwirren.

Da unsere Webseite meinfoto.de heißt, wollen wir die verwirrenden Konzepte verständlich aufarbeiten und Euch in “untechnischer” Art und Weise dazu bringen, großartige Bilder zu machen. Zum Glück heißt die Webseite nicht meinekamera.de, denn dann müssten wir Euch mit technischen Details nerven 😉

Fangen wir an:

Tipp 1: Vergesst die Knöpfe

Der Einstieg in die Welt der Fotografie kann schwer sein.
All diese Knöpfe stören eigentlich nur

Noch nie wurde ein großartiges Foto gemacht, weil jemand alle Knöpfe und Funktionen seiner Kamera auswendig konnte. Wenn Ihr Eure Kamera oft benutzt, werdet Ihr mit der Zeit sehr viel über sie lernen. Ein guter Tip ist, sich das Kamerahandbuch als PDF aufs Handy zu laden. Jeder Hersteller bietet es auf seiner Webseite zum Download an. So könnt Ihr schnell nachschauen, wenn Ihr etwas wissen müsst.

Bei einem Bild geht es um Ausdruck, Licht/Schatten, Farben und die Linienführung. Ob Ihr nun Eure Kamera im Schlaf bedienen könnt oder nicht, wird Euch am Anfang noch keine tollen Bilder bringen. Erstmal müssen die Augen trainiert werden, um ein Foto zu sehen. Es ist ein Prozess, der Zeit kostet, aber richtig Spaß macht. Auch ohne Kamera!

Haltet Eure Augen offen und findet, was Ihr eigentlich fotografieren wollt. Überlegt dann, wie das Ergebnis aussehen soll. Arbeitet Ihr an einem Motiv, das von der Sonne als Lichtquelle beleuchtet wird (Landschaft, Gebäude, Menschen etc.), dann schaut es Euch zu unterschiedlichen Tageszeiten und Wettersituationen an, um zu sehen, wie sich das Licht auf Eurem Motiv verändert.

Tipp 2: Versteht ISO, Blende und Verschlusszeit

Diagram, Verschlusszeit, Blende, ISO, Farbkreis
Rechtsklick auf das Bild, um es zu speichern und immer dabei zu haben.

Wie kommuniziert man eigentlich mit einer Kamera? Ich drücke auf einen Knopf und sie macht ein Bild. Jetzt ist die Kamera im Automatik-Modus ein sehr eigensinniges Geschöpf und macht oft, was es will. Man überlässt ihr ja die Wahl. Es muss also erst die Sprache der Kamera erlernt werden, um sein gewünschtes Bild zu bekommen. Ja, ist doof! Ist eigentlich eine Maschine, die dir helfen soll, aber wie immer im Leben, müssen wir auch hier lernen, zu kommunizieren. Deswegen ist es wichtig, die drei Grundbausteine der Fotografie zu verstehen. In diesen beiden Videos bekommt Ihr die wichtigsten Informationen sehr gut dargestellt.


Um Euch noch mehr Hilfestellungen für die Kommunikation mit der Kamera zu geben, haben wir hier eine Grafik für Euch. Hier könnt Ihr immer nachschlagen, wie etwas funktioniert. Speichert es einfach auf Euer Handy oder noch besser: Ausdrucken und Laminieren. Sagt uns in den Kommentaren, wenn Ihr noch mehr zu diesem Thema wissen wollt. Dann werden wir das Ganze noch genauer erklären.

Tipp 3: Licht und Schatten

Der kleine technische Exkurs ist vorbei. Versprochen! Wenden wir uns nun entscheidenderen Dingen eines guten Bildes zu: Licht und Schatten.

Erst durch Licht wird das Motiv in der Kamera zu einem Bild. Licht beleuchtet Euer Motiv und das Motiv strahlt Licht weiter auf Euren Sensor. Je mehr Licht auf eine Stelle fällt, ums heller wird sie im Bild dargestellt. Umgekehrt wird eine Stelle dunkler, wenn wenig Licht darauf fällt. Erst das Zusammenspiel zwischen hellen und dunklen Stellen gibt einem Bild den Anschein von Tiefe und Dimension. Über Licht und Schatten wurden Bücher geschrieben und ein paar Zeilen in einem Blog-Beitrag kann das Thema niemals auch nur anreißen, aber hier sind ein paar Beispiele, wie Licht und Schatten zusammenspielen und worauf Ihr achten könnt, damit Euch diese nicht das Bild kaputt machen.

Hier sieht man wie Licht und Schatten zusammenwirken können
Hier sieht man, wie Licht und Schatten zusammenwirken können
Hier wird durch das Licht im Tal das Auge des Betrachters geführt
Hier wird durch das Licht im Tal das Auge des Betrachters geführt

Tipp 4: Komplementärfarben machen alles besser

Der Kontrast zwischen blau und Orange macht dieses Bild erst interessant.
Der Kontrast zwischen Blau und Orange macht dieses Bild erst interessant
Budapest, Fischerbastei, Abendhimmel,
Das Spiel zwischen Blau und Orange macht die Fischerbastei um ein Stückchen schöner

Farben haben in unserem Gehirn über Jahrtausende an Bedeutung gewonnen. Wir verbinden Farben und Erinnerungen zu Emotionen und Gefühlen. Diese Farbkombinationen wird jeder sofort verstehen. Orange und Blau steht für das Meer beim Sonnenuntergang und weckt das Gefühl von Urlaub und Entspannung in uns. Rot ist eine Farbe, die Gefahr aber auch Liebe signalisiert. Mit Farben kann gespielt werden, und erst in der Kombination entfalten sie ihre gesamte Wirkung.

Die besten Farbkombinationen bestehen aus den Farben, die sich im Farbkreis gegenüber liegen. In die Grafik von “Tipp 2” haben wir einen Farbkreis eingesetzt, damit Ihr schnell erkennt, welche Farben zusammenpassen. Die Wirkungen einzelner Kombinationen werden in dem Beitrag “6 grundlegende Farbkonzepte für bessere Fotos” genauer erklärt.

Tipp 5: Linienführung fürs Auge


Linienführung für Fotografie Einsteiger

Eigentlich hat sich die Fotografie alles von der Malerei abgeschaut. Der kleine Unterschied ist, dass man nicht so lange für ein Bild braucht. Die Gestaltungsregeln sind gleich. Wir müssen das Auge des Betrachters durchs Bild führen. Dabei helfen uns Farben und Linien. Diese sollten im günstigsten Fall das Auge zu Eurem Hauptmotiv lenken. Im schlimmsten Fall können sie das Auge des Betrachters wieder aus dem Bild lenken und er schaut sich etwas anderes an.

Einen einfachen Trick, um das Auge im Bild zu halten, seht Ihr hier.

In der Mitte der Straße stehend, laufen alle Linien meist zur Mitte der Straße und damit genau auf euer Motiv hin. Wir haben hier noch ein paar andere Beispiele angehängt, die das Auge gut lenken. So etwas lernt keiner über Nacht, doch wer früh anfängt, wird schnell Erfolge sehen.

Linienführung für Anfänger

Extra Tipp: Zeit macht bessere Bilder

Nehmt Euch Zeit bei jedem Bild. Sucht die beste Perspektive. Checkt Eure Einstellungen und achtet auf Licht/Schatten, Farben und Linien. Wenn alles im Bild stimmt, macht das Foto. Es ist ein langsamer Prozess, Ihr werdet mit der Zeit besser und wesentlich schneller, bis es Euch in Fleisch und Blut übergeht.